Neuer Campus für Paläontologie-Studierende in Katsuyama: Hoffnungsträger für regionalen Aufschwung

Katsuyama: In der japanischen Stadt Katsuyama entsteht derzeit ein außergewöhnliches Bildungsprojekt: Der erste Campus für Studierende der Paläontologie wird direkt neben dem renommierten Präfekturmuseum für Dinosaurier aufgebaut.

Die Einrichtung, die den Namen „Katsuyama Campus“ trägt, soll bereits im kommenden Frühjahr ihre Türen öffnen. Die Stadt setzt große Erwartungen in das Vorhaben – insbesondere darauf, dass junge Menschen aus dem ganzen Land neue Impulse in die vom demografischen Wandel betroffene Region bringen.

Spezialisierung ab dem zweiten Studienjahr

Die Fakultät für Paläontologie wurde erst in diesem Frühjahr gegründet und verzeichnet bereits ein großes Interesse. Derzeit befinden sich 34 Studierende im ersten Jahrgang, über 80 Prozent davon stammen aus anderen Präfekturen. Im ersten Jahr absolvieren sie ihre grundlegenden geisteswissenschaftlichen Kurse am Eiheiji-Campus. Ab dem zweiten Studienjahr wechseln sie nach Katsuyama, wo sie sich in speziellen Fachbereichen der Paläontologie vertiefen können.

Eine Umfrage der Stadt zeigt, dass rund 80 Prozent der Studierenden planen, ab dem zweiten Studienjahr nach Katsuyama umzuziehen. Um sie optimal aufzunehmen, laufen die Vorbereitungen vor Ort bereits auf Hochtouren.

Für die künftigen Studierenden wurde mit dem „Cretaceous Dina-so“ ein eigener Mietwohnungskomplex errichtet – eine Wohnanlage, die speziell für angehende Paläontologen konzipiert wurde. Darüber hinaus bietet Katsuyama umfangreiche finanzielle Unterstützung: Wer von außerhalb kommt und innerhalb der Stadt eine Unterkunft mietet, erhält die Hälfte der monatlichen Miete als Zuschuss, bis zu 10.000 Yen. Zusätzlich werden einmalig 50.000 Yen Umzugskosten übernommen. Sowohl Studierende von außerhalb als auch lokale Studierende, die innerhalb der Stadt wohnen, erhalten zudem eine monatliche Studienbeihilfe von 10.000 Yen.

Engagement für bezahlbaren Wohnraum

Der Katsuyama Campus ist der erste wissenschaftliche Campus in der Geschichte der Stadt. Die Verwaltung rechnet in Zukunft mit bis zu 100 Studierenden, die dauerhaft vor Ort leben werden. Um ausreichend und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, startet die Stadt ein Förderprogramm für private Bauherren: Mietwohnungen, die Mindestanforderungen erfüllen – beispielsweise mindestens 25 Quadratmeter Wohnfläche – werden mit bis zu 1,2 Millionen Yen pro Zimmer subventioniert, sofern sie an Studierende vermietet werden.

Neben finanzieller Entlastung bei den Wohnkosten legt die Stadt auch Wert auf Mobilität. Studierende erhalten für Autos monatlich 5.000 Yen Zuschuss, für Motorräder 3.000 Yen. Wer über kein eigenes Fahrzeug verfügt, kann den örtlichen Gemeindebus kostenfrei nutzen.

Hoffnung auf Aufschwung

Wie viele ländliche Regionen in Japan ist auch Katsuyama von einer sinkenden Geburtenrate und einer alternden Bevölkerung betroffen. Die Stadtverwaltung hofft nun, dass der Zustrom junger Studierender nicht nur wissenschaftlichen Fortschritt, sondern auch frischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung mit sich bringt. Mit der Nähe zum Dinosauriermuseum und dem Fokus auf Paläontologie schafft Katsuyama ein einzigartiges Umfeld, das künftig überregional von sich reden machen könnte.

Sladjan Lazic

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