Zu viel Nitrit im Aquarium: Aus diesen Gründen ist Nitrit im Aquarium schädlich

Im Gegensatz zu der weniger gefährlicheren Stickstoffverbindung Nitrat (NO3) ist Nitrit im Aquarium immer Gift für die Aquariumbewohner wie Fische und Urzeitkrebse. Für ein noch nicht besetztes Aquarium in der Einlaufphase ist Nitrit (NO2) nicht schädlich, auch ein Nitritpeak stellt in dieser Phase kein Problem dar. Sobald jedoch das Becken besetzt wird, ist zu viel Nitrit im Aquarium hochgiftig und es müssen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Zu viel Nitrit im Wasser verursacht Nitritvergiftungen und führt letztendlich zum Tod der Tiere. Nachdem man als Züchter viel Liebe, Zeit und Arbeit in die Triops-Zucht gesteckt hat, wird man sich dieses schreckliche Szenario nicht wünschen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, sich mit den Grundlagen von Nitrit und Nitrat zu beschäftigen und zu viel Nitrit im Aquarium zu erkennen und rechtzeitig zu beseitigen. In diesem Artikel bekommst Du alle wichtigen Informationen zum Thema Nitrit im Wasser, damit Du an einer erfolgreichen Triops-Zucht Freude hast.

Nitrit im Aquarium: Wie entsteht Nitrit?

Als Aquarianer und Triops-Freund muss man sich über kurz oder lang mit den Folgen von Vergiftungen verursacht durch zu viel Nitrit im Aquarium befassen. Es wird zwischen zwei Arten von Vergiftungen differenziert. Zum einen gibt es die Vergiftungen, die sich im Wasser bilden und die Vergiftungen, die von außerhalb zugeführt werden, z. B. wenn das Leitungswasser zu viel Nitrit enthält. Auf folgende Vergiftungen sollte geachtet werden:

  • Ammoniakvergiftungen
  • CO2-Vergiftungen
  • Chlorvergiftungen
  • Kupfervergiftungen.

Die häufigste Vergiftungsart ist die Vergiftung durch Nitrit (NO2) und Nitrat (NO3). Außer in der Einlaufphase sollte Nitrit im Aquarium überhaupt nicht vorkommen. Nitrit entsteht als Produkt des Stickstoffkreislaufs. Tote Tiere wie Fische, Urzeitkrebse oder Schnecken werden zersetzt und diese Abfallprodukte erzeugen giftige Stoffe. Aber auch durch organische Abfälle wie Futter oder Pflanzenreste sowie Ausscheidungen gelangen Ammoniak (NH3) und Ammonium (NH4) ins Wasser. Bakterien wandeln Ammoniak und Ammonium zu Nitrit um.

In der Folge entsteht zu viel Nitrit im Aquarium, welches gezielt bekämpft werden muss. Weitere Ursachen für Nitrit im Wasser sind:

  • Überfütterung
  • zu hoher Besatz oder eine plötzliche Besatzerhöhung
  • instabile Bakterienflora
  • Arzneimittel im Wasser
  • fürs Aquarium ungeeignete Dünger mit Carbamid oder Harnstoff.

Zu viel Nitrit im Aquarium: Was ist ein Nitritpeak und wie entsteht dieser?

Ein neu eingerichtetes Aquarium enthält wenige Bakterien. Werden organische Stoffe wie Fische, Pflanzen oder Fischfutter ins Aquarium gegeben, werden Ammoniak und Ammonium als Zerfall und Folge des Stoffwechsels ins Wasser abgegeben. Ammonium, ist relativ ungefährlich und wird von den Wasserpflanzen als Dünger verbraucht. Ammoniak dagegen ist hochgiftig. Das Erstere entsteht mehr in saurem Wasser während das Letztere in alkalischem Wasser verbreiteter ist.

Nitrosomonas sind Bakterien, welche Ammoniak und Ammonium in giftiges Nitrit (NO2) umwandeln. Nitrobacter sind wiederum andere Bakterien, die das Nitrit im Aquarium in das weniger gefährliche Nitrat umwandeln. Die Voraussetzung für funktionierende Abbauprozesse sind genug Bakterien in einem neuen Aquarium. Dabei gilt, je mehr Nährstoffe für die Bakterien vorhanden ist, desto größer ist die Vermehrung. Erst wenn genug Ammoniak und Ammonium vorhanden ist, kommt es zur Vermehrung der Bakterien, die für Nitrit im Wasser verantwortlich sind. Ist genug Nitrit vorhanden, vermehren sich auch die Bakterien, die Nitrat erzeugen.

Je mehr der Nitritwert ansteigt, desto weniger entwickeln sich Nitrobacter. Weniger Nitrobacter und mehr Nitrosomonas im Aquarium haben einen Anstieg der Nitritwerte zur Folge. Dieser Anstieg wird als Nitritpeak bezeichnet.

Spätestens ab hier spricht man von zu viel Nitrit im Aquarium. Erst wenn sich die Nitrobacter vermehrt haben, wird immer mehr Nitrit in Nitrat umgewandelt. In der Folge sinkt langsam der Nitritwert und es entsteht ein Gleichgewicht im Aquarium. Damit die Aquarienbewohner nicht durch einen Nitritpeak sterben, muss ein neues Becken immer eingefahren werden. Nach dem anfänglichen Nitritpeak setzt man am besten erst wenige Triops ein und erhöht des Besatz vorsichtig.

In aller Regel geht man davon aus, dass der Nitritpeak nach gut vier Wochen vorbei ist. Doch gibt es auch Aquarien, in denen der Peak erst viel später oder gar nicht aufgetreten ist.

Wie kann ich die Nitritwerte im Aquarium senken?

Wenn auch ein hoher Nitritgehalt für die Triops giftig ist, so ist dies kein Grund zur Panik. Bei frühzeitigem Entdecken kann der Nitritwert erfolgreich gesenkt werden. Dazu wird zunächst ein großer Wasserwechsel durchgeführt. Je nach Bedarf können mehrmals am Tag solche Wasserwechsel durchgeführt werden. Wichtig ist, dass über 80 Prozent des Wassers gewechselt werden.

Handelt es sich um ein Aquarium in der Einlaufphase, so sollte man bei Nitrit im Wasser nicht die Filter reinigen. Lieber etwas abwarten und die Werte im Auge behalten, bis zur Bildung von Bakterien, die das Nitrit zu Nitrat abbauen. Bis der Nitritwert gesunken ist, wird die Fütterung reduziert oder komplett ausgesetzt. Damit wird die Entstehung von neuem Nitrit im Aquarium verhindert.

Keine Sorge, Du kannst Deinen Triops ruhig mal einen Diättag verordnen, sie werden deswegen nicht verhungern.

Zu viel Nitrit im Aquarium – Fazit

In diesem Artikel hast Du die Grundlagen zum Thema Nitrit im Aquarium gelernt. Dieses Grundwissen ist enorm wichtig, wenn Du Deine Urzeitkrebs-Zuchten erfolgreich meistern willst. Das Grundverständnis des Stickstoffkreislaufs habe ich Dir im Artikel über Nitrat erklärt, im Anschluss an diesen Artikel empfehle ich Dir diese Lektüre. Eine Triops-Zucht ist nicht kompliziert, erfordert aber einiges an Wissen und richtiger Umsetzung. Hier bei Triops Galaxy findest Du alle wichtigen Information, um mit Spaß und Freude Triops züchten zu können.

Auch wenn etwas am Anfang nicht so läuft wie es sollte, verzweifle deswegen nicht. Schaue Dich hier im Blog oder auf unserem YouTube-Kanal um und probiere es immer wieder aus. Kein Meister ist vom Himmel gefallen.

Viel Erfolg bei Deiner Triops-Zucht!

Sladjan Lazic

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website nutzt Cookies und Google Analytics. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Klicken Sie hier für Opt-Out